• Samstag 26.09.
    18:00 Uhr

  • Kassenöffnung: 18:00 Uhr
  • Ort: Aussenstelle
  • Genre: Punk/DIY/Alternative
  • Vorverkauf: 18,40 €
    Abendkasse: 19,00 €
    ermäßigt: 16,00 €
  • Samstag 26.09.
    18:00 Uhr

  • Kassenöffnung: 18:00 Uhr
  • Ort: Aussenstelle
  • Genre: Punk/DIY/Alternative
  • Vorverkauf: 18,40 €
    Abendkasse: 19,00 €
    ermäßigt: 16,00 €

VERSCHOBEN // Wild Orchid Festival

Festival of Underground Music

mit: Stereo Total // Jenna Young & Band feat. Alicja Trout (US) // Bleakness (F) // Hysterese
Aus den bekannten Gründen müssen wir leider auch das Wild Orchid Festival verschieben. Der neue Termin ist exakt ein Jahr später am Sa, den 25.09.2021. Die Auftritte von Stereo Total und Hysterese stehen fest, mit den anderen Bands sind wir in Verhandlung. Tickets behalten ihre Gültigkeit.


Der Sommer klingt mit dem Wild Orchid Festival aus: Auf dem Underground-Music Festival präsentieren Hysterese in Kooperation mit dem franz.K und dem Wild Orchid Kollektiv Bands aus der Do-It-Yourself Szene, deren mehr oder weniger erkennbare Wurzeln im Punk liegen.
Davor ab 17:00 bietet das Festival einen Bandworkshop für Frauen und eine Punk-Lesung. Drumrum könnt ihr Platten stöbern und Kuchen essen und wer Lust hat, kann sich im Tätowierstübchen von Tante Jo eine Erinnerung für die Ewigkeit stechen lassen.
Stereo Total aus Berlin beehren die erste Edition des Wild Orchid Festivals!
Françoise Cactus und Brezel Göring zimmern ihren allersympathischsten DIY-Party-Punk auf die Bretter - einen besseren Auftakt hätten wir uns nicht wünschen können!
Davor feiern Hysterese das Riff in Moll. Die Melancho-Punks waren bereits im Vorjahr im franz.K zu Gast und präsentieren das Wild Orchid Fest.

STEREO TOTAL
– Ah! Quel Cinéma!“

Ein Plattentitel mit zwei Ausrufezeichen, der soviel bedeutet wie "was für ein Theater" und den Hörer und die Hörerin einstimmt auf Lieder wie "Cinemascope". Im Breitwandformat werden auf dieser gelegentlich sehr unterhaltsamen Platte Themen wie persönliche Verletzungen ("Ich bin cool"), Verrat ("Mes copines"), Persönlichkeitsdefizite durch Drogenmissbrauch ("Methedrine"), Wut ("Hass-Satellit"), Selbstüberschätzung ("Brezel says"), Selbstmord ("Le Spleen"), Trauer ("Dancing with a memory") und seelische Qual ("Elektroschocktherapie") zu Gehör gebracht.
"Ich bin eine Sprachkünstlerin, die den Humor in Kauf nimmt", soll Françoise Cactus einmal über sich selbst gesagt haben. Dem ist nichts hinzuzufügen, allerdings hat sie den gewohnten Stereo Total-Wortwitz nicht in allen Texten dieser Platte zum Zuge kommen lassen. Viele Stücke erinnern an ernste und verzweifelte Lieder, die sie in der Zeit ihrer ersten Band "Les Lolitas" geschrieben hat. Trotzdem schimmert in "Keine Musik" oder "Einfach" noch der anarchische Humor, der Stereo Total auszeichnet. Musikalisch orientiert sich diese inzwischen zwölfte Stereo Total-Schallplatte an überhaupt nichts mehr. Konnte man auf früheren Alben noch von Einflüssen (Chanson, Trash, Disco, R'n'R, Punk, NDW) und musikalischen Stilmitteln sprechen, so sind Stereo Total jetzt in einem Universum angekommen, das nur ihnen allein zu gehören scheint und das an nichts Bekanntes mehr erinnert. Die gekonnte Produktion von Françoise Cactus auf 8-Spur-Kassetten-Technik trägt zum außergewöhnlichen Klangerlebnis bei. Brezel Göring spielt wie immer auf Musikinstrumenten, die wohl nur Kinder in bildungsfernen Haushalten jemals zu Gesicht bekommen haben: Plastikbabyorgeln und schauderhafte Mäuseklaviere, dazu Selbstbaugitarren, die von einem handwerklich unbegabten Schreiner zusammengeleimt worden zu sein scheinen.

JENNA YOUNG AND BAND FEAT. ALICJA TROUT (US)
Es ist uns eine besondere Ehre Jenna and the Den Boys zu Gast zu haben! Dahinter verbirgt sich die mittlerweile in Kaliforniern ansässige Jenna Young, die mit ihrer Punk-Soul-Garage-Rock-and-Roll Band Ghetto Ways bis 2010 aktiv war. Nicht ohne Stolz dürfen wir verkünden, dass sich Jenna auf unsere Initiative entschlossen hat für Konzerte nach Europa zu kommen. Sie bringt Alicja Trout als Verstärkung an der zweiten Gitarre mit. Ihre Bands hießen unter anderem Lost Sounds und River City Tanlines und wir sind sicher, dass man hier von einer kleinen Sensation sprechen kann! Sie werden Songs vom Den Boys Album von 2019 in einer coolen, reduzierten und souligen Weise präsentieren.
Jenna selbst sagt bescheiden zum Projekt: "Jenna and the Den Boys wurde in Berlin geboren. Jenna von the Ghetto Ways, Mirko von King Khan & the Shrines, Thomas von nrk, und ungefähr ein Dutzend Rock and Roll Songs. Alicja von den River City Tanlines wird für die Tour in der Band sein."

BLEAKNESS
Die Postpunker BLEAKNESS aus Lyon haben im vergangenen Jahr ihr Debut Album "Functionally Extinct" auf dem Bremer Label Sabotage Records veröffentlicht. Das Label spricht von "der perfekten Kombination aus der Traurigkeit des frühen 80er Post-Punk und der Wut von aktuellem französischen Hardcore-Punk.
Die Band selbst dazu:
“Auch wenn das neue Album zehn Songs mit verschiedenen Geschichte und unterschiedlichen Visionen enthält, gibt es ein starkes Thema, das das Album bestimmt. Wie der Titel andeutet, ist “Functionally Exctinct” eine Sammlung von traurigen Ansichten der Welt. Wir können pausenlos beobachten, welche Konsequenzen die absurden Entscheidungen der Machthaber nach sich ziehen. Auch wenn manche denken, dass es klischeehaft klingt, über diese Themen in der Punkszene zu sprechen, all diese Nachrichten und Informationen, die wir jeden Tag hören, bestärken uns darin, diese Art von Texte zu singen. Politische Punksongs müssen gesungen werden, solange die Welt um uns herum weiter schrumpft und solange die Schwächeren weiterhin von den Privilegierten missbraucht werden. “

HYSTERESE
„Ich bin seit jeher Fan dieser Band, weil sie diese eigentümliche, stets treibende Melodik innehat, die sich in dem Gitarrenspiel und dem permanenten Doppelgesang von Helen & Moritz manifestiert. Wer findet das nicht gut?
Jetzt stellt Euch mal vor: die Tübinger haben es geschafft, dieses Durcheinander an umherflirrenden Melodien zu destillieren, zu einer Portland-Moll-Pop-Punk-Sorte ganz eigener Prägung! Einfache Akkordfolgen und einfache Gesangslinien mit dem typischen Wumms-Sound, und ich bin bereits nach 30 Sekunden Ultra-Fan und glaube wirklich, dass das hier die besten Hysterese sind, die ich mir vorstellen kann. Eingängig im Sinne der Ramones, moll-betont wie die Wipers, wie generell diese Gitarrenwand oft genug an Greg Sage erinnert, ein Melodieverständnis, das mich an die Descendents und an 80er Popmusik oder guten, alten Hard Rock erinnert, und diese tollen Gesangslinien von Helen Runge, die jetzt deutlicher im Vordergrund steht, was ich mir insgeheim schon immer gewünscht habe. Ab und an meine ich, einen Einfluss von 80er Pop oder Yacht Rock auszumachen, was meinerseits ein Kompliment ist, und ich möchte anschließend wagen zu behaupten, dass innerhalb des nächsten Jahres jeder, mit dem ich persönlich zu tun habe, diese Platte im Schrank stehen haben wird, so wie vor 20 Jahren diese Queerfish-Platte, die jeder kannte und geliebt hat, denn hier geht es um Punk Rock, wie er sein muss: lebendig, rau, einfach und daher überzeugend. […] Richtig schön freigeschwommen von Erwartungshaltungen. Echt phänomenal. Hört es Euch unbedingt an!"
Tobi Neumann

LESUNG:
Popfeminismus und Kritik: Beyoncés Herstory, Marketplace
Feminism und warum es kompliziert bleibt_ PeterLicht sang 2008 »Es gibt keinen wahren Po im Falschen«, womit er das Dilemma des Pop-Fans auf den Punkt brachte. Mit dem Begehren am und im Pop, der ja Teil der kapitalistischen Verwertung ist, verhält es sich schwierig. Und selbst da, wo Pop und Feminismus zusammengehen, ergeben sich Ambivalenzen. Pop, der einmal für Dissidenz und Revolte stand, ist heute Teil einer patriarchalen Hegemonie geworden, deren Verwertungslogik er folgt. Der kritische Blick aus seinem Inneren
heraus ist daher problematisch. Und doch sollte das emanzipatorische Potenzial der Popkultur auch weiterhin nicht unterschätzt werden: Wenn Beyoncé, die ihre Songs selbst schreibt und produziert, als woman of colour selbstbestimmt von Sex, Gleichberechtigung und Mutterschaft singt und in selbstproduzierten Handy-Videos mit dem Mythos der Pop-Marionette aufräumt, lässt sich sagen: Hier schwingt genau die Richtige ihren Po im Pop.
Anna Seidel ist Literaturwissenschaftlerin und Kulturpoetin an der Uni in Münster. Sie ist Mitherausgeberin der testcard. Beiträge zur Popgeschichte und schreibt als freie Autorin unter anderem für Missy Magazine, an.schläge und Jungle World.

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