• Samstag 25.09.
    18:00 Uhr

  • Kassenöffnung: 17:00 Uhr
  • Ort: Saal
  • Genre: Underground/Punk/DIY/Alternative
  • Vorverkauf: 18,40 €
    Abendkasse: 19,00 €
    ermäßigt: 16,00 €
  • Samstag 25.09.
    18:00 Uhr

  • Kassenöffnung: 17:00 Uhr
  • Ort: Saal
  • Genre: Underground/Punk/DIY/Alternative
  • Vorverkauf: 18,40 €
    Abendkasse: 19,00 €
    ermäßigt: 16,00 €

Wild Orchid Festival

Festival of Underground Music (Dolch) // Hysterese // Shitney Beers // tba.

Verschoben vom Sa, den 26.09.2020. Der Auftritt von Stereo Total muss leider aufgrund des überraschenden und schmerzlichen Todes von Françoise Cactus abgesagt werden. Hysterese konnten auch 2021 für das Wild Orchid gewonnen werden, die für 2020 geplanten Jenna Young & Band feat. Alicja Trout (US) und Bleakness (F) konnten die Verschiebung leider nicht mitgehen. An ihre Stelle treten die wundervollen (Dolch), Maggot Heart und die Mannheimerin Shitney Beers.
Tickets behalten ihre Gültigkeit.

Der Sommer klingt mit dem Wild Orchid Festival aus: Auf dem Underground-Music Festival präsentieren Hysterese in Kooperation mit dem franz.K und dem Wild Orchid Kollektiv Bands aus der Do-It-Yourself Szene, deren mehr oder weniger erkennbare Wurzeln im Punk liegen.
Davor ab 17:00 bietet das Festival einen Bandworkshop für Frauen und eine Punk-Lesung. Drumrum könnt ihr Platten stöbern und Kuchen essen und wer Lust hat, kann sich im Tätowierstübchen von Tante Jo eine Erinnerung für die Ewigkeit stechen lassen.

(DOLCH)
Ein Dolch in einem auf der Spitze stehenden Dreieck – gesprochen »(Dolch)«. Eine mysteriöse Dark-Rock-Band aus Berlin, die Elemente aus verschiedenen Underground-Spielarten wie Black und Doom Metal mit Gothic Rock oder auch Pop und Ambient vereint. Vergleiche mit den großen »Dead Can Dance«. Anstatt sich in -ismen zu ergehen werden Genregrenzen verschoben und der geneigte Zuhörer darf sich selbst um eine Defintion bemühen.
Und die Musiker lieben Katzen.
2014 erschienen (Dolch) mit ihrem ersten Demo auf der Bildfläche und erspielten sich in Windeseile eine große Bekanntheit, die nicht zuletzt auf ihre schier unerschöpfliche, mystische Kreativität zurückreicht. 2019 erschien, nach drei Demos und verschiedenen (Split-) Singles ihr Debüt »Feuer«, das erste Album eines Alben-Triptychons mit dem Titel »Feuer, Nacht und Tod« (Ván Records). Hypnotisch, kaskadisch - das sich die Adjektive, die einem beim Hören des Albums begegnen. Sowohl wenn man im inneren die Musik seziert, als auch während des sinnlichen Erlebnisses - findet man sich immer wieder abschweifend und träumend, durch die Musik fortgetragen, hinabgezogen und verzaubert.

HYSTERESE
»Ich bin seit jeher Fan dieser Band, weil sie diese eigentümliche, stets treibende Melodik innehat, die sich in dem Gitarrenspiel und dem permanenten Doppelgesang von Helen & Moritz manifestiert. Wer findet das nicht gut?
Jetzt stellt Euch mal vor: die Tübinger haben es geschafft, dieses Durcheinander an umherflirrenden Melodien zu destillieren, zu einer Portland-Moll-Pop-Punk-Sorte ganz eigener Prägung! Einfache Akkordfolgen und einfache Gesangslinien mit dem typischen Wumms-Sound, und ich bin bereits nach 30 Sekunden Ultra-Fan und glaube wirklich, dass das hier die besten Hysterese sind, die ich mir vorstellen kann. Eingängig im Sinne der Ramones, moll-betont wie die Wipers, wie generell diese Gitarrenwand oft genug an Greg Sage erinnert, ein Melodieverständnis, das mich an die Descendents und an 80er Popmusik oder guten, alten Hard Rock erinnert, und diese tollen Gesangslinien von Helen Runge, die jetzt deutlicher im Vordergrund steht, was ich mir insgeheim schon immer gewünscht habe. Ab und an meine ich, einen Einfluss von 80er Pop oder Yacht Rock auszumachen, was meinerseits ein Kompliment ist, und ich möchte anschließend wagen zu behaupten, dass innerhalb des nächsten Jahres jeder, mit dem ich persönlich zu tun habe, diese Platte im Schrank stehen haben wird, so wie vor 20 Jahren diese Queerfish-Platte, die jeder kannte und geliebt hat, denn hier geht es um Punk Rock, wie er sein muss: lebendig, rau, einfach und daher überzeugend. Richtig schön freigeschwommen von Erwartungshaltungen. Echt phänomenal. Hört es Euch unbedingt an!« (Tobi Neumann)

SHITNEY BEERS
Popakademie-Dropout Maxi Haug ist Shitney Beers und heisst dich Willkommen in ihrem Miami. Ja sorry, die Limousine zur Abholung hatte heute Morgen 'ne Parkkralle dran. Auch der Nieselregen, die traurige, eingestaubte Plastikpalme im fensterlosen Bad, dass kein Champus kaltgestellt ist... das alles wirkt jetzt erstmal nicht so fancy, ok ok! Aber da du jetzt schon mal hier bist – hi na setz dich, da unter dem 90er-Jahre-Bandshirt-Haufen ist irgendwo ein Sessel. Die Kräuterbaguettes brauchen noch so fünf Minuten, trinkst du lieber Flasche oder Dose? Flasche gibt’s aber nur kleine.
Maxi Haug als Musiknerd zu betiteln, wäre, wie zu sagen, das Krümelmonster findet Kekse ganz in Ordnung (Erklärung: Es wäre untertrieben). Natürlich liegt zuhause in Mannheim in ihrer 25qm Einzimmerwohnung die aktuelle, junge Generation großartiger amerikanischer Songwriterinnen wie Julien Baker oder Phoebe Bridgers auf dem Plattenspieler, aber Riot Grrrl spielt eine genauso große Rolle in der musikalischen Entwicklung Beers' - sowie die Suzanne Vega Kassette, die früher immer in dem Auto der Mutter lief, oder nineties Grunge/Punkbands wie Babes in Toyland, Hole oder 7 Year Bitch. Achja, Maxi HASST auch richtig, richtig viel Musik.

LESUNG:
Popfeminismus und Kritik: Beyoncés Herstory, Marketplace
Feminism und warum es kompliziert bleibt_ PeterLicht sang 2008 »Es gibt keinen wahren Po im Falschen«, womit er das Dilemma des Pop-Fans auf den Punkt brachte. Mit dem Begehren am und im Pop, der ja Teil der kapitalistischen Verwertung ist, verhält es sich schwierig. Und selbst da, wo Pop und Feminismus zusammengehen, ergeben sich Ambivalenzen. Pop, der einmal für Dissidenz und Revolte stand, ist heute Teil einer patriarchalen Hegemonie geworden, deren Verwertungslogik er folgt. Der kritische Blick aus seinem Inneren
heraus ist daher problematisch. Und doch sollte das emanzipatorische Potenzial der Popkultur auch weiterhin nicht unterschätzt werden: Wenn Beyoncé, die ihre Songs selbst schreibt und produziert, als woman of colour selbstbestimmt von Sex, Gleichberechtigung und Mutterschaft singt und in selbstproduzierten Handy-Videos mit dem Mythos der Pop-Marionette aufräumt, lässt sich sagen: Hier schwingt genau die Richtige ihren Po im Pop.
Anna Seidel ist Literaturwissenschaftlerin und Kulturpoetin an der Uni in Münster. Sie ist Mitherausgeberin der testcard. Beiträge zur Popgeschichte und schreibt als freie Autorin unter anderem für Missy Magazine, an.schläge und Jungle World.

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