Indi(e)stinction
Eintrag vom:  21.11.2022

Indi(e)stinction Festival 2023

Das kleine Wortspiel »Indi(e)stinction« vereint Musik vieler Kategorien, die seinerzeit im Plattenladen aufgrund ihrer Andersartigkeit im »Independent« Regal landeten. Quer durch die Bank und Genres fanden sich dort seinerzeit Punk und Wave-Bands, Hip Hop Acts und Rock-Künstler*innen, Singer-Songwriter*innen und Folk-Fiddler – Künstler*innen, die für ihr jeweiliges Genre zu sperrig oder für die kategorischen Grenzen einfach zu eng gefasst waren – »indistinctive« eben.
Seit seiner Eröffnung im Jahr 2008 besteht die Independent-Music-Reihe »Indi(e)stinction« im Kulturzentrum franz.K und seit 2016 ist ihr eine eigene Festival-Reihe gewidmet. Über vier Wochen hinweg wird das gesamte Terrain von non-mainstream Rock- und Pop-Musik vermessen – so wie man sich durch das Independent-Regal seines geliebten Plattenladen stöberte und dabei allerlei Musik entdeckte, die man selbst gerne als »Indi(e)stcintion« eingeordnet hätte – von Vintage-Rock über Hamburger Schule, Singer-Songwriter, Punk-Rock, Stoner und Alternative.
Aber nicht nur Künstler*innen die man »seinerzeit im Plattenregal« fand sollen vertreten sein – auch durch die Epochen soll das »Indi(e)stinction-Festival« einen Querschnitt bilden und Gäste und Künstler*innen durch alle Altersgruppen hinweg ansprechen und neugierig machen


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 




24.02.2023 – Voodoo Jürgens // Support: Euroteuro

Als zu österreichisch, zu raunzend, zu fordernd, letztlich auch zu „leiwand“ wurde das sensationelle Debut von Voodoo Jürgens von der wohlwollenden Presse beschrieben. Als nicht-Goldene-Schallplatte fähig. Leider lagen sie daneben und das folgende Album „Ansa Woar“ stieg – als wohl erstes österreichisches Indie-Album überhaupt – von auf eins in die Verkaufscharts ein, holte im Rekordtempo Gold-Status und sorgte selbst beim deutschen Nachbarn für volle Hallen und klingelnde Kassen. Heuer folgte Voodoo Jürgens‘ bisherigen Opus Magnum „Wie die Nocht noch jung wor“ - Voodoo anno 2022; das ist verletzlicher aber auch selbstbewusster. Mehr Grautöne, mehr Gefühle, mehr Soul. Wiener Soul. Am 2.12. erscheint dann „Wie die Nocht noch jung wor“, und wird Voodoo Jürgens auf seinem bisherigen künstlerischen Zenit zeigen. Auf der gesamten Tour wird Voodoo Jürgens von Euroteuro supportet, die für ihren dadaistischen Pop-Zugang bekannt sind.

09.03.2023 - Leprous (NO) // Support: Monuments (UK) // Kalandra (NO)

Im Corona Jahr 2021 veröffentlichten Leprous ihr siebtes Album „Aphelion“ (Platz 22 in den deutschen Album-Charts) und zwei Jahre später – im Frühjahr 2023 – begeben sie sich gemeinsam mit den Engländern Monuments und ihren norwegischen Landleuten von Kalandra auf eine ausgedehnte Europatournee. Vier ausgesuchte Städte in Deutschland stehen auf dem Rücken ihrer Tour-Shirts und das franz.K ist eine Station davon.
Mit ihrem modernen Progressive-Metal stellen sich Leprous, die im Verlauf ihrer Karriere und ihrer Veröffentlichungen ihren Stil immer weiter verfeinern konnten, mittlerweile an der Spitze einer neuen und jungen Generation progressiver Metal- und Rockbands, die die Vergleiche mit den Altvorderen des Genres nicht fürchten müssen.

16.03.2023 – Rosalie Cunningham // Support: Sun

Seit ihre Band Purson ihren letzten Auftritt im Dezember 2016 spielte, hat Sängerin, Songwriterin und Multiinstrumentalistin Rosalie Cunningham ihre Karriere leise neu erfunden und geht aus ihrem selbst auferlegten „musikalischen Winterschlaf“ als die visionäre Solokünstlerin hervor, die sie immer war. Rosalies gleichnamiges Debütalbum - das am 26. Juli 2019 erschien - ist das Ergebnis langer Reflektion und enthält ihr bisher stärkstes und gewagtestes Songwriting, angefangen von einem dreiminütigen Blackbird-ähnlichen Nicken über ihren kreativen Helden Sir Paul McCartney bis hin zu einer epischen Prog-Rock-Saga, die den Hörer auf die Mutter aller Klänge entführen wird.
Den Support übernimmt Sun. Sun ist eine französische Singer-Songwriterin, Gitarristin und Filmschauspielerin. Sie kreierte ein Genre, das sie "Brutal Pop" nennt, beeiflusst aus Rock und Metal. Sun begann einerseits in Musicals zu singen und zu tanzen, während sie andererseits in Death Metal Bands schrie und auf der Gitarre shreddete. Sie spielte die Edith Piaf in Frankreich, Süd-Korea und Japan und wurde durch die französische Version von "The Voice" bekannt. Bei der Vorauswahl zum European Song Contest landete sie mit einem eigenen Song auf Platz 2.

17.03.2023 – Die Sterne

Das neue Album von Die Sterne heißt „Hallo Euphoria“, und da fragt man sich natürlich gleich, ob die noch alle Tassen im Schrank haben. Denn Euphorie ist von allen Gefühlen, die man derzeit so haben kann, das unwahrscheinlichste. Dann hört man die zehn neuen Lieder, und spätestens vierzig Minuten später, wenn die Streicher vom letzten Stück – dem traurigsten Sterne-Song aller Zeiten – verklungen sind, spürt man sie, die Euphorie. Die Sterne gehörten in den späten 1990er Jahren zur Speerspitze der „Hamburger Schule“-Bands und wir fragen uns seitdem, was Dich so ruiniert hat.

19.03.2023 – Alec Empire

„Alec Empire programmiert gerne mal die Apokalypse auf einen Computer. Ist das Ende der Welt wirklich schon so nah? Wenn man die physische Energie der Destroyer Konzerte spürt, kann es schnell danach aussehen.“
1996 veröffentlichte Alec Empire das Album „The Destroyer“, welches mit brachialer Wucht Drum’n’Bass so in den roten Bereich trieb, dass Alec damit das Genre komplett neu definierte. Viele Indie-Rock und Metal Fans verliebten sich in das Album. Radio Legende John Peel spielte fast wöchentlich Tracks daraus in seiner Radio Sendung. Alec Empire bringt mit seinem Solo Projekt „The Destroyer“ die Maschinen zum Bersten... Digitale Zerstörung, Hacking von Musik, Dekonstruktion und pure Energie.

25.03.2023 – Spermbirds // Support: The Snacks

Seit mehr als 35 Jahren gehören Spermbirds aus Kaiserslautern zu den maßgeblichen Bands der europäischen Hardcore- und Punkszene. Das Debütalbum "Something To Prove" mit Songs wie "My God Rides A Skateboard" und "Try Again" ließ die Band um den US-Amerikaner Lee Hollis Ende der 1980er Jahren schnell zur Kultband werden. Im September 2019 erschien ihr neuntes und vielleicht letztes Studioalbum, umso mehr freuen wir uns, die legendären Spermbirds im franz.K begrüßen zu dürfen.
Freuen dürfen wir uns auf die Unterstützung von The Snacks aus Reutlingen, dem musikgewordenen Mitternachtsimbiss mit Arschtritt. Klingt nach Pommes Rot-Weiß für Vice Squad, Cheeseburgern für die Ramones und Whiskey-Cola für Ideal!

26.03.2023 – Thurston Moore // Support: Seafoam Walls

Thurston Moore war der Sänger und Gitarrist der Legendären 1980 gegründeten Sonic Youth. Ihr 1988er Album „Daydream Nation“ wurde 2006 in das National Recording Registry der Library of Congress aufgenommen. Mit ihrer Musik beeinflussten Sonic Youth u.a. die jungen Nirvana und andere großartige Alternative- und Independent-Rock Bands. Sein erstes Solo-Album „Psychic Hearts“ erschien 1995 und die Corona-Zeit scheint er zum schreiben genutzt zu habe: 2020 erschien „By the fire“ und zum Bandcamp-Friday erschien 2021 überraschend das Instrumentalalbum „Screen Time“.
Tausendsasa Thurston Moore lässt sich nicht von Genregrenzen aufhalten. Die Bandbreite reicht von Improvisation zu akustischen Kompositionen über schwarz/weiß Metal/Noise-Eruptionen. In der Vergangenheit arbeitete er mit Yoko Ono, John Zorn, Bobby Gillespie, David Toop, Cecil Taylor, Faust, Glenn Branca und vielen anderen. Bei seinem Auftritt im Pariser Louvre kollaborierte er mit Irmin Schmidt von Can. Neben seiner musikalischen Betätigungen unterrichtet er kreativen Schreiben an der „Jack Kerouac School of Disembodied Poetics“ der Naropsa Universität, Boulder, Colorado. Am „Rytmisk Musikkonservatorium“ in Kopenhagen unterrichtet Moore dazu noch Musik.
Der Toursupport ist Seafoam Walls aus Miami, die wie keine zweite Band ihre Einflüsse aus jazz, shoegaze, indie rock, and hip-hop zu etwas ganz eigenem vermischen.

30.03.2023 – Waving The Guns

Waving The Guns kommen aus Rostock und machen Rap. Statt eines plötzlichen, großen Hypes ist der Bekanntheitsgrad über die letzten Jahre stetig und gesund gewachsen, ohne irgendetwas künstlich zu erzwingen. Bei Waving The Guns geht es um die Artikulation von Antithesen zum Normalität werdenden Schwachsinn, um Übertreibungen und Understatement, um Gepöbel und Reflexion und darum, Scheisselabern mit Haltung zu verweben. Meinungsäußerung und Auseinandersetzung sind wichtiger Bestandteil, ebenso aber Entertainment und schlichtweg Bock auf Musik.